Natura2000 FFH Gebietssteckbrief 6305-301



Steckbrief zum FFH-Gebiet

6305-301 -

Wiltinger Wald

Karte

Größe [ha]: 849

Landkreise und kreisfreie Städte:
Trier-Saarburg

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:
Kell am See, Konz, Saarburg


Gebietsbeschreibung:

Der Wiltinger Wald ist ein vielfältiges Laubwaldgebiet, das, klimatisch begünstigt, in Randlage zum Saartal liegt. Eine Untersuchung der Prachtkäfer in einem Teilgebiet ergab einen sehr hohen Anteil mediterran verbreiteter Arten, die lichte Eichenwälder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil bzw. Gebüsche an wärmebegünstigten Standorten besiedeln. Zahlreiche Westwallbunker und Schieferstollen sowie der hohe Anteil an naturnahen Buchenwäldern, trockenwaldartigen Eichenwäldern und Niederwald machen den Wiltinger Wald zu einem wichtigen Gebiet für Fledermäuse, die dort auch überwintern. Die engen und tief eingeschnittenen Bachtäler von Praweltsbach, Oberemmeler Bach und Ockfener Bach mit ihren noch weitgehend offenen und extensiv genutzten Auen und die gebüschreichen, von Grünlandbrachen geprägten Übergangsbereiche zum Wald haben eine bedeutende Nahrungsbiotopfunktion für 14 im Raum Wiltingen vorkommende Fledermausarten, darunter auch stark gefährdete Arten wie die Fransenfledermaus. Der über das Gebiet hinausreichende Raum Wiltingen beherbergt etwa zwei Drittel aller Fledermausarten Deutschlands. 

In dem ausgedehnten Waldgebiet kommen auch Neuntöter, Haselhuhn und Wildkatze vor. Die Wildkatze ist wie auch das Haselhuhn eine anspruchsvolle Tierart strukturreicher, großflächiger Wälder.

Die zum Teil großvolumigen Westwallanlagen haben neben ihrer Lebensraumfunktion, zum Beispiel für überwinternde Fledermäuse, ebenso wie die ausgedehnten Niederwälder und die alten Schieferstollen auch eine wichtige kulturhistorische Bedeutung.


Lebensraumtypen (Anhang I):

3260 - Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
6430 - Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
6510 - Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
8220 - Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
9110 - Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
9160 - Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)
9170 - Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum)


Arten (Anhang II):

Säugetiere
    Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
    Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)
    Großes Mausohr (Myotis myotis)
    Teichfledermaus (Myotis dasycneme)


Bewirtschaftungsplanung:
BWP_2013_19_N   -   Karte


Links:

Datenblatt   -   Legende zum Datenblatt

www.volksfreund.de/Heute-in-der-Saarburger-Zeitung-Von-Hufeisennasen-und-Totholzbaeumen


Literatur:

AK Fledermausschutz Rheinland-Pfalz (1994): Programm zur Umsetzung des Fledermausschutzes in Rheinland-Pfalz gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Oppenheim. Unveröff. Gutachten.

FÖA Landschaftsplanung (1994): Umweltverträglichkeitsstudie - Flurbereinigung Wiltingen. Im Auftrag des Kulturamtes Trier. 130 pp.

FÖA Landschaftsplanung (1995): Landschaftspflegerischer Begleitplan - Flurbereinigung Wiltingen. Im Auftrag des Kulturamtes Trier. 73 pp. 

Köhler, F. (1996): Zur Käferfauna (Col.) des unteren Saartales und des westlichen Mosel-Saar-Raumes. Mitt. Arb.gem. Rhein. Koleopterologen 6(4): 217-246.

Nippel, F. (1990): Liste der bei Wiltingen/Saar (Rheinland-Pfalz) beobachteten Großschmetterlinge (Macrolepidoptera). Melanargia 2(3): 61-72.

Weishaar, M. (1998): Die Fledermausvorkommen in der Region Trier. Dendrocopos 25: 77-100.


Copyright LfU - Stand: 03.03.2016