Natura2000 FFH Gebietssteckbrief 6116-304



Steckbrief zum FFH-Gebiet

6116-304 -

Oberrhein von Worms bis Mainz

Karte

Oberrhein von Worms bis Mainz
Oberrhein bei Kisselwörth

Größe [ha]: 465

Landkreise und kreisfreie Städte:
Alzey-Worms, Mainz, Mainz-Bingen

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:
Bodenheim, Eich, Guntersblum, Nierstein-Oppenheim


Gebietsbeschreibung:

Zwei Teilabschnitte des Oberrheins zwischen der Ortschaft Eich nördlich von Worms und der Stadt Mainz dienen den Wanderfischen als Trittsteine. Sie stehen in enger Verbindung mit strukturreichen Ufern und Auenbiotopen vor allem des auf hessischer Seite benachbarten Naturschutzgebiets "Kühkopf-Knoblochsaue" und der Inseln des Natura 2000-Gebiets "NSG Kisselwörth und Sändchen ".

Als wichtige Schifffahrtsstraße war der Rhein weitreichenden Veränderungen der Flussmorphologie und damit verbunden der natürlichen Fließgewässerdynamik unterworfen. Dies ging einher mit dem Verlust zusammenhängender Auenbiotopkomplexe, strukturreicher Ufer und der zugehörigen charakteristischen Artenvielfalt. Für Wanderfische haben sich durch den Ausbau des Rheins die Aufstiegsmöglichkeiten verschlechtert.

Seit 1960 hat sich die Schadstoffbelastung jedoch ständig verringert. Heute ist der Rhein mit Gewässergüteklasse II mäßig belastet und ein wichtiger Lebensraum für Wasserorganismen. Typische Bewohner des Oberrheins sind euryöke, das heißt gegenüber Umwelteinflüssen tolerante Fische wie Rotauge (Plötze), Ukelei und Brachse(n). Etwa seit Ende der Siebzigerjahre macht sich die Verbesserung der Wasserqualität positiv im Wiederauftreten der Wanderfischarten Maifisch, Fluss- und Meerneunauge und Lachs bemerkbar. Auch die Artenvielfalt und die Bestände stationärer Fischarten wie Hasel sowie von Muscheln, Schnecken und Insekten haben sich seitdem erhöht, darunter auch neu eingebürgerte Arten (Neozoen).


Lebensraumtypen (Anhang I):

3270 - Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p.


Arten (Anhang II):

Fische und Rundmäuler
    Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
    Lachs (Salmo salar)
    Maifisch (Alosa alosa)
    Meerneunauge (Petromyzon marinus)


Links:

Datenblatt   -   Legende zum Datenblatt

FFH-Gebiet 6016-302 - NSG Kisselwörth und Sändchen


Literatur:

Internationale Kommission zum Schutz des Rheins, IKSR (Hrsg.) (2006): Biotopverbund am Rhein. Koblenz. 109 pp.

Lelek, A.; Buhse, G. (1992): Fische des Rheins - früher und heute. Berlin.

LfUG; FÖA (1999): Planung vernetzter Biotopsysteme. Bereich Landkreis Alzey-Worms/Stadt Worms. Ministerium für Umwelt und Forsten, Mainz und Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, Oppenheim (Hrsg.). 268 pp., Anhänge, Karten.

LfUG; FÖA (1999): Planung vernetzter Biotopsysteme. Bereich Landkreis Mainz-Bingen/Stadt Mainz. Ministerium für Umwelt und Forsten, Mainz und Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, Oppenheim (Hrsg.). 322 pp., Anhänge, Karten.


Copyright LfU - Stand: 01.03.2016