Steckbrief zum FFH-Gebiet

5804-301 -

Schönecker Schweiz

Karte

Schönecker Schweiz
Halbtrockenrasen bei Schönecken

Größe [ha]: 1.086

Landkreise und kreisfreie Städte:
Eifelkreis Bitburg-Prüm

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:
Prüm


Gebietsbeschreibung:

Die Schönecker Schweiz liegt im Zentrum der Prümer Kalkmulde, der südlichsten einer Reihe von Kalkmulden, die in Nordost-Südwestrichtung quer durch die Eifel verlaufen.

Das Landschaftsbild erscheint bedingt durch die geologischen und geomorphologischen Gegebenheiten und die bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte Beweidung der mageren Kalktriften (Kalk-Halbtrockenrasen) außerordentlich vielfältig. Steilhänge, Hochplateaus, Felswände, Dolomitblöcke, Schlucht- und Kerbtäler prägen das Bild. Zu den Karsterscheinungen gehören sogenannte Bachschwinden, durch die Bäche im Dolomit verschwinden und kleine Tropfsteinhöhlen. Die strukturreichen Lebensräume der Halbtrocken- und Trockenrasen, Felsbiotope, Kalkbuchen- und Schluchtwälder und Fließgewässerlebensräume sind mosaikartig verzahnt. Demzufolge ist auch die Pflanzen- und Tierwelt mit vielen seltenen und gefährdeten Arten außerordentlich arten- und individuenreich.

Von herausragender Bedeutung, insbesondere zur Sicherung der sehr artenreichen Tagfalterfauna sind die ausgedehnten orchideen- und wacholderreichen Halbtrockenrasen der flachgründigen Südhänge als Lebensraum wärme- und trockenheitsliebender Pflanzen- und Tierarten. Im Bereich der Schönecker Schweiz ist die Tagfaltergemeinschaft der Halbtrockenrasen der Eifel fast vollständig ausgebildet. Der Wundklee-Bläuling (Polyommatus dorylas) mit seinem rheinland-pfälzischen Vorkommensschwerpunkt in den Kalkmulden der Eifel bildet hier mit nur wenigen Vorkommen eine große Population aus.

Die mit den Magerrasen vergesellschafteten extensiv genutzten Trockenrasen bieten vom Frühjahr bis in den Herbst hinein die ein buntes Bild blühender Pflanzen, das besonders auffällig von Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) im zeitigen Frühling, vielen Orchideenarten und im frühen Herbst von Enzianen geprägt wird.

Typisch für die bewaldeten Hangbereiche der Kalkeifel sind die Kalkbuchen- oder Orchideenwälder. Sie behergen nicht nur Orchideen, sondern auch seltene Pflanzen wie die Akelei, den Seidelbast, die Zahnwurz oder in lichten Bereichen auch die blaublühende Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia).

Artenreiche Schlucht- und Hangwälder sind kleinflächig im Bereich der Bachläufe ausgebildet, so an den Oberläufen von Schalkenbach (am Walbert) und Altenburger Bach. Hier bestehen auch beeindruckende Felsformationen.


Lebensraumtypen (Anhang I):

    3260 - Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
    5130 - Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen
  * 6110 - Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi)
  * 6210 - Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia), (* besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)
    6410 - Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)
    6430 - Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
    6510 - Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
    7230 - Kalkreiche Niedermoore
  * 8160 - Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas
    8210 - Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
    8310 - Nicht touristisch erschlossene Höhlen
    9110 - Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)
    9130 - Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)
    9150 - Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)
  * 9180 - Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)
  * 91E0 - Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno padion, Alnion incanae, Salicion albae)

* = Prioritärer Lebensraumtyp


Arten (Anhang II):

Schmetterlinge
Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria)

Pflanzen
    Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

* = Prioritäre Art


Bewirtschaftungsplanung:
BWP_2011_10_N   -   Karte


Links:

Datenblatt   -   Legende zum Datenblatt
\"\" NSG-ALBUM

www.naturpark-eifel.de/de/landschaften/das-ourtal/


Literatur:

Geib, K.W. (1964): Bericht über die Exkursionen der Tagung des naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens vom 19.-22. Mai in Prüm/Eifel. Decheniana 117(1/2): 215-247.

Hand, R. (1991): Floristische Übersicht für den Regierungsbezirk Trier (Spermatophyta). Dendrocopos, Sonderband 1. 159 pp.

Jungbluth, J. H.; Fuchs, H.; Groh, K.; Högner, G.; Jacob, B.; Scholtes, M. (1995): Die Naturschutzgebiete in Rheinland-Pfalz V. Die Planungsregion Trier. Mainzer naturwiss. Archiv, Beih. 17. 299 pp., Abb.

Kersberg, H. (1968): Die Prümer Kalkmulde (Eifel) und ihre Randgebiete. Schriftenreihe der Landesstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Nordrhein-Westfalen 4. 207 pp.

LfUG; FÖA (1994): Planung Vernetzter Biotopsysteme. Bereich Landkreis Bitburg-Prüm. Ministerium für Umwelt Rheinland-Pfalz, Mainz und Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, Oppenheim (Hrsg.). 303 pp., Anhänge, Karten.

Streletzki, H. (1964): Ergebnisse standörtlicher und forstgeschichtlicher Untersuchungen im Gebiet der Schönecker Schweiz. Decheniana 117: 203-214.

Zepp, P. (1934): Wachholder in den rheinischen Landschaften. Rheinische Heimatpflege 6: 4-23.


Copyright LfU - Stand: 16.02.2016