Natura2000 FFH Gebietssteckbrief 5707-302



Steckbrief zum FFH-Gebiet

5707-302 -

NSG Jungferweiher

Karte

NSG Jungferweiher


Größe [ha]: 33

Landkreise und kreisfreie Städte:
Cochem-Zell

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:
Ulmen


Gebietsbeschreibung:

Der Ulmener Jungferweiher bildete sich in der Ursprungsmulde des Ollenbaches durch Aufstau am Tuffwall des Ulmener Maares. Das ursprünglich vorhandene Moor liegt unter dem Jungferweiher, dessen Wasserspiegel durch eine Staumauer in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf das heutige Niveau angehoben wurde. Durch einen Stollen, das sogenannte Maarloch, wird ein Teil des Wassers in das Ulmener Maar geleitet. Es gab Phasen, in denen der Jungferweiher ganz trockengelegt war.

Der Jungferweiher ist von einem Saum aus Erlen und Weidengebüschen umgeben. Der schlammige Boden wird vom in Rheinland-Pfalz und Deutschland sehr seltenen Strahlen-Zweizahn (Bidens radiata) besiedelt. Die Uferröhrichte sind überwiegend aus Teich-Simse, Teich-Schachtelhalm, Breitblättrigem Rohrkolben, Igelkolben und Rohrglanzgras aufgebaut. In den angrenzenden Seggenwiesen wachsen Faden-Segge, Schlanke Segge und auch die sehr seltene Rasen-Segge.

Die reichhaltige Vegetation des flachen und nährstoffreichen Jungferweihers ist Voraussetzung dafür, dass er als Brut- und Rastgebiet für Vögel eine herausragende Bedeutung in Rheinland-Pfalz und in den westlichen Mittelgebirgsregionen hat. Zahlreiche Vogelarten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie sind hier anzutreffen. Den ausgedehnten Riedwiesen mit ihren allmählichen Übergängen in die Röhrichtzone des Weihers kommt unter anderem für die seltenen Rallen eine Schlüsselfunktion zu.


Lebensraumtypen (Anhang I):

3150 - Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
6410 - Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)
6430 - Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
6510 - Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)


Arten (Anhang II):

Schmetterlinge
    Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)


Links:

Datenblatt   -   Legende zum Datenblatt
\"\" NSG-ALBUM

Vogelschutzgebiet 5707-401 - Jungferweiher
www.geopark-vulkaneifel.de/geologie/jungferweiher-ein-wieder-geflutetes-trockenmaar.html


Literatur:

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Bittner, K. (Bearb.) (2009): Ornithologischer Jahresbericht 2008. NSG Ulmener Jungferweiher TK 5707,4, Landkreis Cochem-Zell. Pflanzen und Tiere in Rheinland-Pfalz 19: 115-125.

Bittner, K. (Bearb.) (2010): Ornithologischer Jahresbericht 2009. NSG Ulmener Jungferweiher TK 5707,4, Landkreis Cochem-Zell. Pflanzen und Tiere in Rheinland-Pfalz 20: 135-142.

Bosselmann, J. (1970): Der Ulmener Weiher, Brut- und Rastplatz für Limikolen. Charadrius 6(1): 26-30.

Dietzen, C. (1994): Die Vogelwelt vom Naturschutzgebiet Ulmener Jungferweiher. Pflanzen und Tiere in Rheinland-Pfalz - Sonderheft I. Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz (Hrsg.). 96 pp.

Dietzen, C. (2002): Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten im Naturschutzgebiet "Ulmener Jungferweiher", Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz, 1989-2000. Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz. Beiheft 27: 233-256.

Haarmann, K.; Pretscher, P. (1981): Naturschutzgebiete in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier sowie im Saarland. Rheinische Landschaften 20. 39 pp.

Haeupler, H.; Schönfelder, P. (1989): Atlas der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland. Ulmer. Stuttgart. 768 pp. 

Jungbluth, J. H. (1989): Die Naturschutzgebiete in Rheinland-Palz. IV. Planungsregion Mittelrhein-Westerwald. Beihefte zum Mainzer Naturwiss. Archiv 11. 414 pp. Anlagen.

Lüsse, B.; Scharf, B. (2001): Ulmener Maar und Jungferweiher. Erfolgreiche Seentherapie in der Vulkaneifel.
ATT-Schriftenreihe 4. Verlag Oldenbourg, München. 120 pp.

Meyer, W. (1994): Geologie der Eifel. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung. Stuttgart. 3. Aufl. 618 pp., Karten.

Robeck, F.; Mertes, H. (1999): Ornithologischer Jahresbericht 1998, NSG Ulmener Jungferweiher, Landkreis Cochem-Zell, TK 5707,4. Pflanzen und Tiere in Rheinland-Pfalz - Jahresbericht 1999 - Heft 9: 103-133.

Straka, H. (1975): Die spätquartäre Vegetationsgeschichte der Vulkaneifel. Pollenanalytische Untersuchungen an vermoorten Maaren. Beiträge Landespflege Rheinland-Pfalz, Beiheft 3. 163 pp. 


Copyright LfU - Stand: 16.02.2016